Das Seenotrettungsboot BRUNTJE

Das Seenotrettungsboot BRUNTJE, gebaut von der Niendorfer Evers-Werft als Serien-Nummer 507, wurde am 14. Juli 1972 in Dienst gestellt und in Heiligenhafen stationiert.  

Bruntje an ihrem endgültigen Standort

Die erste Hilfeleistung ist für den 23. September 1972 dokumentiert: Von Heiligenhafen aus wurde das bei NNW-Wind der Stärke 6 aufgelaufene Segelboot „Olphi“ mit drei Personen an Bord freigeschleppt. Auf der Station Heiligenhafen verblieb die BRUNTJE drei Jahre. Von Oktober 1975 bis Mai 1986 erfolgte die Stationierung in Burgtiefe auf der Osteseeinsel Fehmarn, von Juni 1986 bis Januar 1990 dann im Fährhafen Puttgarden (Fehmarn).
 
Im Februar 1990 fand ein Werftumbau und die Umbenennung in MÖVENORT statt. Mövenort bezeichnet die Nordspitze der Insel Rügen nahe des Ortes Dranske. In den Farben des Seenotrettungsdienstes der DDR und unter der ursprünglichen DGzRS-internen Bezeichnung „KRST 16“ erfolgte die Überführung nach Freest am Peenestrom.
 
Am 10. April 1990 geschah die Übergabe an den DDR Seenotrettungsdienst, die symbolische Rückgabe an die DGzRS bereits am 3. Oktober im selben Jahr. Als MÖVENORT blieb das Boot bis zum 19. November 1992 in Freest. Ein Schwesternschiff dieser 7m Klasse ist seit 1999 als MÖVENORT im Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven zu besichtigen.
 
Bei einem erneuten Wert-Aufenthalt in Bremen erhielt das Boot vorübergehend den Nahmen TRIENTJE, war unter dieser Bezeichnung allerdings nie in Fahrt. Anschließend ging es per LKW-Transport und als Decksfracht auf einem Containerschiff nach Curancao auf die Niederländischen Antillen. Für die  Citizens Rescue Organisation (CITRO) tat es noch bis 2002 unter dem Namen CITRO 2 seinen Dienst als Rettungsboot. Es erfolgte eine weitere Umbenennung in BEREBOOT („Bärenboot“, der Titel einer bekannten holländischen TV-Kinderserie).
 
Von Februar 2004 bis Dezember 2005 befand sich das Boot ohne Funktion im Rettungsmuseum Den Helder (Niederlande), bevor es 2006 farblich in den Zustand der frühen 1980er Jahre zurückversetzt wurde. Im Harener Schifffahrtsmuseum fand 2007 die nachträgliche Schiffstaufe auf den ursprünglichen Namen statt – 35 Jahre zuvor waren BRUNTJE und ihre Schwesterschiffe zwar in Dienst gestellt, jedoch erstaunlicherweise nicht getauft worden.

Länge 6,92 m
Breite 2,34 m
Tiefgang 0,60 m
Verdrängung 1,65 to
Motor Mercedes Benz OM 615
Leistung 54 PS
Geschwindigkeit 10 kn
Baujahr 1971
Bauwerft Evers, Niendorf (Ostsee)